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Anlage und Netze

Die Energiewende und insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien stellen Netzbetreiber vor die Aufgabe, viele dezentrale, teilweise wetterabhängige Erzeugungsanlagen ins Netz zu integrieren. Die Digitalisierung stellt uns die Mittel bereit, um daraus ein intelligentes Energiesystem zu schaffen. Dabei sind die Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet „ein sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz diskriminierungsfrei zu betreiben, zu warten und bedarfsgerecht zu optimieren, zu verstärken und auszubauen, soweit es wirtschaftlich zumutbar ist“1. Konkret lautet die an uns gestellte Aufgabe also, die Netzstabilität und Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten.

1 Deutsche Bundesregierung. „Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz, EnWG)“, Bundesgesetzblatt, 2005

Anlagen und Netze
Netzstabilität und Versorgungssicherheit *NFE*

Konzept

Unter dem Dach des EWE-Konzerns gibt es zwei Stromverteilnetzbetreiber: EWE NETZ betreibt Strom- und Gasnetze im Nordwesten Niedersachsens und Gasnetze in Teilen von Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern, wesernetz ist der Netzbetreiber im Land Bremen. Beide sehen sich unterschiedlichen Herausforderungen  gegenüber. Während EWE NETZ vorwiegend im ländlichen Raum tätig ist und dort eine hohe Anzahl an Erneuerbare-Energien-Anlagen integrieren muss, gilt es für wesernetz, den neuen Anforderungen eines städtischen Ballungszentrums gerecht zu werden, etwa dem steigenden Anteil der Elektromobilität im Verkehrssektor.

Für unsere Kunden zählen die Zuverlässigkeit der Versorgung und damit auch die Stabilität des Netzverbunds in Deutschland und Europa. Deshalb messen wir die Nichtverfügbarkeit der Stromversorgung, also die durchschnittliche Dauer aller Versorgungsunterbrechungen eines jeden angeschlossenen Letztverbrauchers am Netz  eines Netzbetreibers in einem Jahr.

Zur Sicherstellung der geforderten Netzstabilität und Versorgungssicherheit erfolgen regelmäßige Prüfungen der technischen Randbedingungen, wie Spannung, Strom, Kurzschlussstrom und Versorgungszuverlässigkeit. Die Einhaltung entsprechender Grenzwerte ist neben den wirtschaftlichen Aspekten ein wesentliches  Planungskriterium für unsere Maßnahmen.

Darüber hinaus wird zur Steuerung der Netzstabilität und Versorgungssicherheit das Alterungsverhalten der Betriebsmittel beobachtet. Dabei werden Schäden systematisch über Schadenscodes ausgewertet, um frühzeitig eine Steigerung der Störungshäufigkeit zu erkennen.

Die Überprüfung der Versorgungszuverlässigkeit erfolgt jährlich und wird zum 30.4. eines jeden Jahres an die Regulierungsbehörde Bundesnetzagentur (BNetzA) und das Forum Netztechnik / Netzbetrieb (FNN)  gemeldet.

Ausgewählte Maßnahmen 2017

  • Im Rahmen des ISO-55000-Ansatzes basiert die Budget-Planung 2017 erstmalig auf Asset-Simulationen, die eine künstliche Alterung des Netzes über viele Jahre simulieren können. Auf Basis dieser Ergebnisse leiten wir Investitionsmaßnahmen ab, durch die wir den Zustand unserer Assets steuern und den  zuverlässigen Netzbetrieb sicherstellen.
  • Als einer der ersten Netzbetreiber in Deutschland wendet EWE NETZ die sogenannte Spitzenkappung in einem Umspannwerk in Manslagt in der Praxis an.  Dadurch können rund 50 Prozent mehr erneuerbare Energien ohne teuren Kabelnetzausbau ans Netz angeschlossen werden.
  • Mit dem Demonstrationsprojekt enera schafft EWE in einer Modellregion ein intelligentes Energiesystem auf Basis von erneuerbaren Energien. Zur besseren Koordination von Flexibilitäten zur Unterstützung der Netzstabilität wird im Rahmen von enera ein Flexibilitätsmarkt entwickelt. Dies soll nicht nur zu besseren Bedingungen im eigenen Netz führen, sondern auch einen Beitrag zur Netzstabilität der vorgelagerten Netzbetreiber liefern.
    Mehr zu enera siehe ➞ Kapitel Unsere Strategie
    Mehr Informationen zu Innovationsthemen finden Sie ➞ im Zusammengefassten Lagebericht, Forschung und Entwicklung
  • Zur Schaffung eines stabilen und zuverlässigen Verteilnetzes erprobt EWE im Projekt Green Access mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft bestehende  Lösungen zur Automatisierung der Mittel- und Niederspannungsnetze.

Ergebnisse  Die Nichtverfügbarkeit in den Netzen von EWE NETZ, wesernetz Bremen und wesernetz Bremerhaven betrug im Jahr 2017 durchschnittlich 5,8 Minuten pro Kunde  (2016: 5,5 Minuten)2. Der Durchschnittswert in Deutschland lag 2016 bei 12,8 Minuten3.  5,8 Minuten  Nichtverfügbarkeit der Netze im Durchschnitt pro Kunde

2 Da die Kennzahl zur Nichtverfügbarkeit im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung erstmalig berechnet und nachgelagert bis zum 30. April an die BNetzA berichtet
wird, ermitteln wir für den aktuellen Bericht 2017 einen Prognosewert auf Basis der Durchschnittswerte der Jahre 2013 bis 2016
3 Quelle: BNetzA

Netzlängen

Unsere Energienetze sind als Bindeglied zwischen dezentraler Erzeugung und Verbrauch ein entscheidender Faktor für eine effiziente und zuverlässige Energieversorgung. Basis für das gesamte Spektrum von Telekommunikationsdienstleistungen ist unser Telekommunikationsnetz, das kontinuierlich ausgebaut wird.

Netzlängen

Unsere Energienetze sind als Bindeglied zwischen dezentraler Erzeugung und Verbrauch ein entscheidender Faktor für eine effiziente und zuverlässige Energieversorgung. Basis für das gesamte Spektrum von Telekommunikationsdienstleistungen ist unser Telekommunikationsnetz, das kontinuierlich ausgebaut wird.

Netzlängen in Kilometern1 2017 2016 Veränderung in %
Strom 93.800
93.300 0,5
Gas 73.100 72.000
1,5
Telekommunikation 40.300
39.100
3,2
davon Kupferkabel 15.300
15.200
0,2
davon Glasfaser 25.100
23.900
5,1

1 Die hier genannten Netzlängen weichen vom Lagebericht ab. Hier legen wir den gesamten Konzern zugrunde, während im Lagebericht nach Segmenten berichtet wird